Google-Schwester Waymo: Autonomes Fahren auf Level 4 im Robotaxi

Weltweit scheint eine Firma meilenweit vor allen anderen, dabei ist sie nicht mal als Autohersteller bekannt. Eine Tochter des Technologie-Giganten Alphabet Inc., das kalifornische Unternehmen Waymo, scheint bereits heute Autonomes Fahren auf Level 4 möglich zu machen. Wie sicher ist das ganze und wie kann der Robotaxi-Anbieter schon heute auf den menschlichen Kontrollfahrer verzichten? Diese Fragen beantworten wir hier.

Noch könnt ihr bei uns keine voll autonomen Fahrzeuge finden, aber vielleicht kommt das in den nächsten Jahren. Was wir aber bieten können, ist eine hochmoderne Flotte bestehend aus Traumwagen. Schaut sie euch gleich auf unserer Website an: Bei uns könnt ihr Sportwagen, E-Autos oder SUV mieten.

Waymo & Autonomes Fahren auf Level 4: Wie soll das funktionieren?

Damit ihr die Firma besser zuordnen könnt: Waymo ist eine Tochtergesellschaft von Alphabet Inc., dazu gehört auch Google. Direkte Konkurrenten gibt es tatsächlich kaum, am ehesten ist Waymo wahrscheinlich Volkswagen auf den Fersen, aber auch aus Asien hört man vielversprechende Stories.

Der Forschungsstand ist bei sogenannten Robotaxis, wie sie Waymo oder VW kreieren wollen, deutlich weiter als Autonomes Fahren für den privaten Gebrauch. Auf letzteres setzen beispielsweise Mercedes, BMW und Tesla den Fokus. Dort ist bisher maximal Autonomes Fahren auf Level 3 möglich. Wie kann es also sein, dass Waymo so viel weiter ist?

Der aktuelle Stand bei Waymo

Die Alphabet-Tochter verfolgt einen ganz anderen Ansatz als beispielsweise VW. Die Wolfsburger arbeiten seit langer Zeit mit dem Intel-angehörigen Unternehmen Mobileye aus Israel zusammen, um gemeinsam immer fortschrittlichere Fahrassistenzsysteme auf den Markt zu bringen und sich so zum hochautomatisierten Fahren hinzuarbeiten. Waymo will direkt den Sprung auf Level 4 schaffen – auch wenn mit einigem Anlauf.

Das Unternehmen gibt es schon seit Ewigkeiten, wenn auch nicht unbedingt in dieser Form. Die Geschichte geht auf einen modifizierten VW Tuareg namens Stanley zurück, der bereits im Jahr 2005 zumindest einigermaßen selbstständig fahren und damit die DARPA Grand Challenge gewinnen konnte, einen bedeutenden Robotik-Wettbewerb. Darauf aufbauend begründete Google 2009 das Projekt Driverless Car. 2011 wurde das erste Patent für die grundlegende Technik für Autonomes Fahren vergeben, im Folgejahr holte sich Google in den USA die erste Zulassung eines autonomen Fahrzeugs – Gerüchten zufolge soll das Fahrzeug mit seinen begrenzten Möglichkeiten schon 2013 sicherer gefahren sein als ein menschlicher Fahrer.

Mittlerweile sind wir bei Generation 5, als Basis dient mittlerweile der vollelektrisch betriebene Jaguar I-Pace. Damit sei nun die „embodiment of fully autonomous technology”, also Fahren auf Level 4, möglich.

Braucht ihr etwas Nachhilfe bei den 5 Leveln des Autonomen Fahrens, besucht doch unseren Blog-Beitrag zum Thema.

Kein Fahrer am Steuer: Wie sicher ist die Technologie von Waymo?

Das wäre in Deutschland noch wahrlich undenkbar: Ein vollkommen selbstfahrendes Auto manövriert von alleine durch eine Großstadt. Dabei sind selbst Mercedes und BMW noch Jahre der Forschung entfernt, obwohl sie die einzigen Hersteller mit einer Zulassung für Level-3-Technologie weltweit sind. Wie also schafft Waymo, was Herstellern scheinbar nicht möglich ist und ist das überhaupt sicher?

Der Robotaxi-Anbieter hat einen entscheidenden Vorteil. Statt sich wie bei privaten Fahrzeugen, die universell eingesetzt werden können, nur auf Sensoren und GPS zu verlassen, kann Waymo die Taxis nur für ein bestimmtes Gebiet optimieren: Jedes Mal, wenn das Unternehmen sein Einzugsgebiet vergrößert, analysiert das Unternehmen dieses detailliert und erstellt auf Basis dessen eine Karte. Dank diesem sogenannten „Mapping” weiß das Auto absolut immer, wo es denn gerade ist – auch, wenn andere Stricke reißen und beispielsweise das GPS ausfällt.

Selbstverständlich verfügen die autonomen Jaguar-Modelle auch über sämtliche Sensoren, die mittlerweile bei Autonomen Fahren üblich sind: Lidar- und Radarsensoren, Kameras und ein fortschrittliches Computing-System. Damit erkennt der Waymo Driver, wie das Unternehmen das System nennt, Schilder und Ampeln bei Tag und Nacht – ein Punkt, den sich bisher BMW als Alleinstellungsmerkmal auf die Website schreibt.

Das erklärt bisher aber alles nicht, warum Waymo schon jetzt auf Kontrollpersonen verzichtet, die in Krisensituationen eingreifen können. Grund dafür sind die vielen Backup-Systeme, die selbst im Falle eines Fehlers die Kontrolle über das Fahrzeug sicherstellen. Auf der eigenen Website stellt die Alphabet-Tochter die folgenden Sicherheitsmechanismen vor.

  1. Zusätzlicher Bordcomputer: In jedem Waymo-Fahrzeug läuft ein sekundärer Bordcomputer ständig im Hintergrund. Er ist darauf ausgelegt, das Auto sicher zum Stillstand zu bringen, falls das primäre System ausfällt.
  2. Kollisionserkennungs- und -vermeidungs-System: Mehrere Backup-Systeme, einschließlich unabhängiger Kollisionsvermeidungssysteme, überwachen ständig die Straße vor und hinter dem Fahrzeug auf Objekte und andere Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger, Radfahrer und andere Fahrzeuge. Sie können das Auto verlangsamen oder sogar anhalten stoppen, falls das primäre System nicht reagiert.
  3. Lenksystem: Das Lenksystem verfügt über ein redundantes sekundäres Antriebssystem mit unabhängigen Controllern und separater Stromversorgung.
  4. Bremssystem: Ein zweites vollständiges Bremssystem kann das Fahrzeug sicher zum Stillstand bringen, sollte das Erste Probleme machen.
  5. Stromversorgung: Unabhängige Stromquellen werden für jedes einzelne der kritischen Fahrsysteme bereitgestellt. Sie gewährleisten, dass der Waymo Driver auch bei Stromausfällen oder etwaigen Unterbrechungen im Stromkreislauf weiter funktioniert.
  6. Trägheitsmess-Systeme für die Fahrzeugpositionierung: Dies hilft dem Autopiloten, seine Position auf der Straße genau zu verfolgen: Beschleunigung, Richtungsänderung und Bremskraft wird gemessen. Beide Systeme überprüfen sich gegenseitig und übernehmen die Kontrolle voneinander, sollte in einem der Systeme ein Fehler erkannt werden.
  7. Cybersicherheit: Der Schutz des Waymo Driver hat oberste Priorität – zum Schutz der Technik, aber vor allem der Passagiere und anderen Verkehrsteilnehmer.

Vor welchen Hürden steht Waymo? Das wird kritisiert

Es scheint nicht so, als würde die Technik an sich noch viele Probleme machen. Ja, Waymo hat damit zu kämpfen, dass teils Notfall-Fahrzeuge wie Rettungswagen nicht rechtzeitig erkannt und daher blockiert wurden. Auch Bussen und anderen öffentlichen Verkehrsmitteln wird gelegentlich nicht Platz gemacht. Aber das ist gar nicht unbedingt das Kernproblem, auch, wenn es dieses zweifelsfrei begünstigt: Nicht jeder ist Fan des Systems.

Waymo ist bei der breiten Teilen der Bevölkerung unbeliebt, die Menschen haben Angst: Nicht nur um Leib und Leben, weil menschlichen Fahrern eher vertraut wird, sondern auch davor, ihren Job zu verlieren. Daher setzt sich unter anderen auch die International Brotherhood of Teamsters, die Gewerkschaft der Transportarbeiter in den USA, gegen den Einsatz von Robotaxis, besonders denen von Waymo, ein. Die Teamster wollen die Ausweitung der Dienste verlangsamen. 

Ihrer Unzufriedenheit lassen Anwohner auch auf aggressivere Art und Weise aus, beispielsweise Vandalismus und sogar Diebstahl. Im Februar zündeten Unbekannte im Rahmen der Feierlichkeiten zum chinesischen Neujahrsfest in San Francisco ein Robotaxi an.

Der Unmut und die darunter liegende Angst der Bevölkerung ist nicht gänzlich unverständlich. Ein gutes Beispiel dafür, welche katastrophalen Auswirkungen es haben kann, wenn man bei der Sicherheit scheitert, ist das Unternehmen Cruise. Das zog sich nach einem schweren Unfall aus der Branche zurück und legte viele Zukunftspläne auf Eis. Ein Unfallopfer wurde dabei auf die Straße geschleudert, von einem Fahrzeug des Waymo-Konkurrenten erfasst und mehrere Meter mitgeschleift. Der Staat Kalifornien entzog dem Unternehmen daraufhin die Lizenz für Robotaxis. 

Die Google-Schwester hat aber schon bewiesen, dass der Waymo Diver sicherer Auto fahren kann als viele menschliche Fahrer. Bisher kam niemand zu Tode, dem Waymo Driver können keine schweren Verletzungen zu Lasten gelegt werden. Bei insgesamt 40 Millionen tatsächlich gefahrenen Meilen ist das eine Leistung. Journalisten zufolge befolgen die Robotaxis der Google-Schwester Verkehrsregeln sogar besser als Menschen, doch vielleicht liegt genau darin die Krux. Wenn sich das System dabei schwer tut, die Regeln zu brechen, tut es das auch nicht, um einem Krankenwagen Platz zu machen.

Wo kann man Waymo nutzen?

Bisher ist Waymo nur in den USA nutzbar. Bisher ist die App nur in vier Städten der USA nutzbar: in San Franciso, Los Angeles in Californien, Phoenix in Arizona und Austin, Texas.

Damit ist das Geschäftsgebiet bereits riesig. Allein in LA gehören bereits 63 Quadratmeilen dazu, es spannt sich vom Santa Monica Pier bis zur Innenstadt von Los Angeles. In und um San Franciso streckt sich das Gebiet bis ins knapp 60 Kilometer entfernte Silicon Valley, damit gehört auch der Flughafen von San Franciso und das Google-Hauptquartier selbst dazu.

Schon 2023 bot Waymo kostenlose „Tour”-Rides an, seit Anfang 2024 ist nun auch rein rechtlich ein Bezahl-Modell möglich. Das Unternehmen bietet jetzt Ride Hailing an, ihr könnt euch also einfach per App ein Fahrzeug kommen lassen. Das lief im April 2024 an, kann bisher jedoch nur in der Innenstadt von Phoenix von jedem genutzt werden. Schuld ist die enorme Nachfrage, allein auf der Warteliste für LA befanden sich zum Zeitpunkt des Verfassens (Stand: Mitte April 2024) über 50.000 interessierte Kunden. Sobald die rund 50 Robotaxis damit durch sind, wird der Service für alle verfügbar sein.

Um den Lieferdienst zu entlasten, arbeitet Waymo seit Anfang April 2024 mit Uber Eats zusammen. Das Angebot gilt zunächst nur für Phoenix. Der Vorteil davon: Wird euer Essen vom Roboter geliefert, spart ihr euch das teilweise happige Trinkgeld. Dafür müsst ihr allerdings selbst zum Auto laufen und euer Essen aus dem Kofferraum nehmen. Kein Wunder, dass Lieferanten um ihre Jobs bangen.

CarVia-Fazit: Ist Waymo bald auch in Deutschland?

Die Frage, ob Waymo bald auch in München Fuß fassen wird, kann man für die nähere Zukunft verneinen. Es ist unwahrscheinlich, dass die Gesetzgebung so bald den Weg für so fortschrittliche Autopiloten frei macht. Bisher gibt es auch noch keine Hinweise auf eine Expansion nach Deutschland – zuerst soll scheinbar die Westküste der USA eingenommen werden.

Auch bleibt abzuwarten, wie der Waymo Driver überhaupt mit manchen Wetterlagen klar kommt, die weder im sonnigen Kalifornien, noch im Wüstenstaat Arizona üblich sind. Starker Nebel, Schnee und Eis sowie Hagel bilden für Fahrassistenzsysteme noch immer große Hürden. Wenn die Sensoren ausfallen, hilft auch das gründlichste Mapping nichts mehr, das Auto ist dann blind. Da kann man nur hoffen, dass es auch einfach anhält, anstatt weiterzufahren und die Fahrgäste in Gefahr zu bringen.

Selbstverständlich wäre es großartig, wenn diese Probleme bald behoben werden und vielleicht sogar eine Kollaboration in Aussicht stehen könnte. Andererseits wollen wir natürlich auch fürs Heimteam jubeln, schließlich ist VW schon echt weit – selbst wenn die Wolfsburger dem Silicon Valley noch hinterher hecheln. Sollten sich die Probleme mit Cariad lösen und die Zusammenarbeit Mobileye früh Früchte tragen, freuen wir uns natürlich ebenso.

Noch ist also keines der beiden Unternehmen so richtig erfolgreich damit, das eigene Auto überflüssig zu machen. Eine attraktivere Alternative zum eigenen Auto bieten stattdessen wir, nämlich mit unserer Premium-Flotte. Wollt ihr fürs Wochenende oder nur ein paar Stunden einen Sportwagen oder ein Elektroauto mieten, schaut gleich bei uns auf der Website vorbei.

OBEN