Renault Alpine A110 im Test: Ist der französische Mittelmotor-Sportwagen so gut wie sein technisches Datenblatt?

Wir wurden von Alpine darauf angesprochen, ob so eine Renault Alpine A110 nicht perfekt in unsere Sportwagenflotte passen könnte. Angesichts unserer vielen waschechten Porsche Sportwagen ist das natürlich eine Ansage. Und der wollten wir auf den Grund gehen. Also haben wir uns die Alpine mal zum Test hinstellen lassen. Dabei müssen wir aber ehrlicherweise sagen, dass wir schon aufgrund der technischen Daten höchst gespannt auf die nur 1114 Kilo leichte Sportwagenflunder aus Frankreich waren.

Renault Alpine A110 mit einzigartiger Optik

Das Aussehen der Alpine ist wirklich besonders. Leider sehen sich Modelle von deutschen Hersteller im Jahre 2020 immer ähnlicher. Und Design-Teams machen sich in der Entwicklung über Jahre Gedanken, um ein möglich homogenes Fahrzeug auf die Beine zu stellen. Hier Haben sich die französischen Spezialisten dagegen die alte, von 1961-77 produzierte, „originale“ Alpine zum Vorbild genommen. Und das Design transferierten sie gekonnt in die Moderne.

Natürlich kann das Ergebnis nur jeder für sich bewerten. Wir müssen aber sagen, dass wir selten so viele Kopfverdreher und positives Feedback erhalten haben wie unterwegs in der Alpine.
Die vier Frontscheinwerfer, die schmale Karosserie und die geringe Höhe mit einer kleinen Fahrerkapsel, ähnlich wie bei einem Jagdflugzeug, begeistern uns und auch die umstehenden Passanten. Manchmal wurden wir gefragt, ob es den Wagen auch offen als Cabrio gäbe. Das ist aber leider nicht der Fall.

Renault Alpine in der Lieblingsdisziplin: Die Querdynamik

Steigt man in den kleinen Flitzer ein, wird schnell klar, wofür das Auto gedacht ist. Am Lenkrad springen einem die überlangen, feststehenden Schaltwippen des 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebes ins Auge. Während der Hintern auf Sabbelt Sportsitzen Platz nehmen darf, die einen tollen Seitenhalt bieten und sofort für klare Verhältnisse sorgen: In der A110 sollst Du Spaß beim Fahren haben!

Dennoch sind sowohl das Einsteigen durch tiefe Türeinstiegsleisten sowie das normale Auto fahren im Komfort-Modus nicht unentspannt. Wir geben der Alpine aber direkt volle Röhre und knallen über enge Landstraßen mit scharfen Kurven.
Sofort will das Sportwagenfahrer-Herz geradezu aufschreien. Es ist doch so einfach! Man braucht nur ein Auto mit geringem Gewicht. In jeder Kurve merkt man, wie spielend leicht man einen noch engeren Radius nehmen kann, weil dich kein überflüssiges Gewicht nach außen drängt. Gerade zu ungläubig fährt man die Kurven noch schneller und noch enger. Dabei spielt natürlich auch der quereingebaute 1,8 Liter große Mittelmotor eine herausragende Rolle. Dieser vereint das Gewicht mit dir als Fahrer praktisch auf 1 qm und hindert den Sportwagen sowohl am Untersteuern wie Übersteuern.

Der Heckantrieb sorgt für ein Tänzeln mit den Heck am Kurvenausgang und man kann selbst entscheiden, wie stark man diesen Genuss in einem die Kür vollendeten Drift ausreizen lässt.

Dabei spielt auch hier wieder das geringe Gewicht eine tragende Rolle. Denn unterliegt dem emotional aufgeladenen Fahrer mal ein Fehler, hat man deutlich weniger Masse einzufangen als bei anderen Sportwagen.
Trotzdem vernehmen wir ein leichtes Wanken bei schnellen Lastwechseln. Dieses sollte zukünftig noch ausgemerzt werden, um das tolle Kurvenerlebnis noch weiter zu steigern.
Die Lenkung reagiert auf die erste Bewegung am Lenkrad rasend schnell, verliert dann aber etwas Genauigkeit. Beim Thema Fahrwerk und Lenkung merkt man also doch einen kleinen Abstand zu den Präzisionsspezialisten von Porsche. Alles in Allem ist der Querdynamik-Spaßfaktor bei der Alpine ganz großes Kino.

Renault Alpine technische Daten & Längsdynamik – was geht mit 252 PS?

Kommen wir zum Motor. Die Alpine wird von einem 4-Zylinder, quer eingebauten 1,8 Liter großem, Turbo-aufgeladenem Mittelmotor mit 252 PS Leistung und 320 Nm Drehmoment angetrieben. Das hört sich im Vergleich zur Konkurrenz der Einsteigersportwagen nach etwas wenig an. Wird aber mit freundlicher Unterstützung der zu 96 % aus Aluminium gefertigten Karosserie zu deutlich mehr gemacht. In 4,5 Sekunden geht es laut Werk auf 100 km/h.

Wir haben mit unserer GPS-Box 4,95 Sekunden gemessen und konnten mit 12,5 Sekunden auf der Disziplin 100-200 km/h auch keine schlechte Zeit herauskitzeln. Dabei muss man lobend erwähnen, dass das Auto auch jenseits der 180 km/h noch ordentlich beschleunigt und erst bei 250 elektronisch eingefangen wird. Man fühlt sich also zu keinem Zeitpunkt untermotorisiert. Das 7-Gang Doppelkupplungsgetriebe tut seinen Job, wie man es eben von Doppelkupplungsgetrieben kennt und passt sehr gut zum Auto. Wobei man sich zum Fahrzeugkonzept auch sehr gut einen Schalter vorstellen kann.

Fazit – Passt die Renault Alpine A110 zu uns in die Autovermietung?

Ja auf jeden Fall. Die Alpine muss sich nicht vor Porsche Cayman und Co verstecken, ganz im Gegenteil bietet sie eine tolle Alternative. Sie ist sehr besonders und praktisch nicht im Straßenverkehr zu entdecken. Nur auf der Kundenseite wissen wir nicht, ob der Wagen schlichtweg zu unbekannt ist und deshalb auch nicht oft gemietet werden würde. Wir werden es herausfinden und freuen uns auf Ihr Feedback, wenn Sie einen Sportwagen mieten in München

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